Zwischen „sauber geputzt“ und „turnierfertig“ liegen Welten. Wer beim Turnier vorne mitreiten will, weiß: Ein gepflegtes, korrekt herausgebrachtes Pferd macht im Showring den entscheidenden ersten Eindruck. Das Turnier-Grooming eines Westernpferds ist genau dieser letzte, entscheidende Schliff und er ist reines Handwerk, das man lernen und üben kann.
Turnier-Grooming vs. Alltagspflege
Kurz zur Einordnung: Die tägliche Grundpflege: Striegeln, Bürsten, Hufe auskratzen, Gesundheitscheck, ist die Basis, die jedes Pferd braucht. Turnier-Grooming baut darauf auf und geht einen entscheidenden Schritt weiter: Es geht nicht mehr nur um Sauberkeit und Gesundheit, sondern um das gezielte Herausbringen für den Wettbewerb.
Die Schritte des Turnier-Groomings
Mähne: zöpfeln, einflechten oder offen
Die Mähne ist beim Turnier-Look das große Thema. Je nach Disziplin wird sie unterschiedlich vorbereitet: In den Allaround- und Pleasure-Klassen wird gezöpfelt, die Mähne also in viele kleine, gleichmäßige, flach anliegende Abschnitte abgebunden. In den Englisch-/Hunter-Klassen wird stattdessen im Hunterstil eingeflochten, und in den Ranch Disziplinen sowie im Reining bleibt die Mähne bewusst lang und offen. Wicchtig: Es ist hier wichtig auch auchs Regelbuch zu schauen, denn nicht jeder „Look“ , ist in jeder Klasse erlaubt. Schau hierzu auch gerne unseren anderen Artikel an zum Thema: Ranch vs. Allaround: Welche Mähne in welche Klasse gehört

Bridle Path
Der Bridle Path ist die kleine ausrasierte Stelle direkt hinter den Ohren, damit das Kopfstück sauber anliegt und die Mähne dort nicht abstehen. Auch hier gibt’s mehr Infos im Blog: Bridle Path beim Westernpferd: Was der freie Streifen hinterm Genick bedeutet
Hufe
Zum Finish gehören die Hufe: sauber ausgekratzt, abgewaschen und je nach Klasse sogar lackiert („geblackt“ oder gelcleart). Aber Vorsicht – geblackte Hufe sind nicht überall erlaubt. In der Ranch Riding sind sie zum Beispiel unerwünscht oder sogar verboten. Im Zweifel entscheidet das Regelbuch der Disziplin.
Fellglanz
Der letzte Schliff ist der Glanz. Gründliches waschen vor dem Turnier, ein sauberes, tiefes Ausbürsten und je nach Bedarf ein Glanzspray bringen das Fell zum Strahlen. Ein tiefer, natürlicher Glanz kommt aber vor allem von innen ,aus guter Fütterung und regelmäßigem Putzen über Wochen, nicht erst am Turniertag.
Der richtige Look hängt von der Disziplin ab
Das Wichtigste beim Turnier-Grooming: Es gibt nicht den einen richtigen Look. Ein Western-Pleasure-Pferd wird komplett anders herausgebracht als ein Ranch-Riding-Pferd. Beim Pleasure- und Allaround-Look darf es poliert und durchgestylt sein, gezöpfelte Mähne und Schopf, gepflegte Hufe und ein Schweiftourpet
Im Ranch-Bereich gilt das Gegenteil: Hier zählt der natürliche Arbeitspferd-Look. Eine eingeflochtene Mähne, ein Schweiftoupet oder geblackte Hufe sind bei AQHA und EWU in der Ranch Riding nicht gern gesehen – bei der AQHA sogar ausdrücklich verboten, bei der EWU „erlaubt, aber nicht erwünscht“.
Turnier-Grooming Schritt für Schritt lernen
Sauberes Zöpfeln, ein exakt gesetzter Bridle Path, ein Pferd, das nach Stunden am Turniertag immer noch top aussieht – das ist Technik und Übungssache. In unserem Grooming Kurs zeigen wir dir genau diese Handgriffe: Schritt für Schritt, damit du dein Westernpferd selbst turnierfertig machen kannst.
Hinweis
Welche Grooming-Maßnahmen im Turnier erlaubt bzw. erwünscht sind, unterscheidet sich je nach Verband (EWU, DQHA, AQHA, APHA) und Disziplin und wird regelmäßig aktualisiert.