Die Farben des Flat Coated Retrievers

Schwarz, leberbraun – und was ist mit Gelb? Ein Blick in den DRC-/FCI-Standard

Beim Flat Coated Retriever ist die Sache mit den Farben überraschend klar geregelt – und trotzdem sorgt sie immer wieder für Diskussionen. Denn während man ab und zu von „drei Farben“ liest, kennt der offizielle Rassestandard nur zwei. Schauen wir uns an, welche Farben beim Flat erlaubt sind, was es mit dem seltenen Gelb auf sich hat und wie das Ganze vererbt wird.

Die Diskussion über die Flat Coated Retriever Farben ist für viele Halter von großem Interesse.

Die zwei erlaubten Farben

Die verschiedenen Flat Coated Retriever Farben

Der FCI-Rassestandard Nr. 121, den in Deutschland der Deutsche Retriever Club (DRC) betreut, ist an dieser Stelle denkbar knapp. Zur Farbe heißt es schlicht: nur schwarz oder leberbraun. Mehr Auswahl gibt es offiziell nicht.

Schwarz

Das satte, glänzende Schwarz ist die mit Abstand bekannteste und häufigste Farbe des Flats. Wenn man an die Rasse denkt, hat man fast automatisch den eleganten, schwarzen Hund mit der seidig glänzenden Befederung an Läufen und Rute vor Augen. Bei schwarzen Flats sind Nasenschwamm und Lidränder ebenfalls schwarz.

Schwarzer Flat Coated Retriever als sportlicher Familienhund in der Natur.
Die Farben des Flat Coated Retrievers 1

Leberbraun

Die zweite erlaubte Farbe ist leberbraun (englisch „liver“) – ein warmes, sattes Schokoladenbraun. Leberbraune Flats sind deutlich seltener als schwarze, gehören aber genauso selbstverständlich zur Rasse und sind vollwertig im Standard verankert. Bei ihnen sind Nase und Lidränder braun statt schwarz, passend zur Fellfarbe.

Brauner Flat Coatef Retriever
Die Farben des Flat Coated Retrievers 2

Und was ist mit Gelb?

Jetzt zum spannenden Teil, denn hier kommt die „dritte Farbe“ ins Spiel, die eben keine offizielle ist. Gelegentlich fallen in Würfen gelbe Welpen, doch Gelb gilt nach dem FCI-Standard ausdrücklich als Fehlfarbe. Gelbe Flats dürfen nicht zur Zucht zugelassen werden.

Der Grund liegt in der Herkunft der Rasse: Weil der Flat aus einer Vielzahl von Rassen entstanden ist, steckt die Anlage für Gelb bis heute im Genpool. Sie wird rezessiv vererbt, das heißt, sie kann über Generationen unbemerkt weitergegeben werden und taucht nur dann sichtbar auf, wenn beide Elternteile die Anlage tragen.

In der modernen Zucht wird das Auftreten gelber Welpen zunehmend über DNA-Analysen vor der Anpaarung ausgeschlossen. Dadurch sind gelbe Flats heute noch seltener geworden. Rund um die Frage, ob Gelb nicht doch irgendwann als dritte Farbe anerkannt werden sollte, gibt es unter Liebhabern und Züchtern allerdings eine bis heute andauernde Diskussion.

Kurz zur Genetik: Warum Schwarz überwiegt

Dass die allermeisten Flats schwarz sind, ist kein Zufall, sondern Genetik. Schwarz ist gegenüber Braun dominant. Leberbraun dagegen ist rezessiv: Ein Flat ist nur dann braun, wenn er von beiden Elternteilen die braune Anlage geerbt hat.

Das erklärt, warum aus zwei schwarzen Elterntieren durchaus braune Welpen fallen können, nämlich dann, wenn beide Eltern die braune Anlage verdeckt (mischerbig) tragen. Die gelbe Farbe wiederum liegt auf einem anderen Genort und wird ebenfalls rezessiv vererbt; sie überdeckt im sichtbaren Ergebnis sowohl Schwarz als auch Braun, wenn ein Hund reinerbig für die gelbe Anlage ist.

Augen, Nase & Gesamtbild

Die Fellfarbe zieht sich stimmig durchs ganze Erscheinungsbild. Die Augen des Flats sind mittelgroß und dunkelbraun oder haselnussbraun,  nie hell oder stechend, sondern mit dem typisch freundlichen, intelligenten Ausdruck der Rasse. Bei schwarzen Hunden sind Nase und Pigment schwarz, bei leberbraunen entsprechend braun. Wichtig ist immer ein sauberes, vollständiges Pigment, aufgehellte oder fleckige Nasen sind unerwünscht.

Kurz zusammengefasst

  • Erlaubt laut Standard: nur schwarz oder leberbraun (FCI-Standard Nr. 121, DRC).
  • Schwarz: häufigste Farbe, dominant vererbt, schwarzes Pigment.
  • Leberbraun (liver): selteneres Schokoladenbraun, rezessiv, braunes Pigment.
  • Gelb: Fehlfarbe – nicht standardkonform, von der Zucht ausgeschlossen, rezessiv vererbt.
  • Zuchtpraxis: DNA-Tests klären die Farbanlagen vor der Anpaarung; über die Anerkennung von Gelb wird bis heute diskutiert.

Unterm Strich ist der Flat Coated Retriever bei den Farben also fast schon puristisch: zwei erlaubte Farben, klar geregelt und eine dritte, die zwar in den Genen schlummert, aber offiziell draußen bleibt.

Quellen & Stand

Angaben geprüft gegen den Deutschen Retriever Club e.V. (DRC, Internationaler Rassestandard & Kurzbeschreibung) sowie den FCI-Standard Nr. 121 (Flat Coated Retriever). Rassestandards können von FCI/DRC angepasst werden – für den verbindlichen Stand immer die aktuelle Fassung auf drc.de bzw. fci.be heranziehen.




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