Walk, Jog und Lope, wer sich eine Western-Pleasure-Prüfung anschaut, hört diese drei Begriffe immer wieder. Gemeint sind damit ganz einfach die drei Grundgangarten des Pferdes:
- Walk ist der Schritt.
- Jog ist der Trab.
- Lope ist der Galopp.
Gesucht wird ein Pferd, das taktrein, losgelassen und ausbalanciert läuft. Das Tempo soll ruhig und gleichmäßig sein, ohne dass das Pferd dabei seine Vorwärtsbewegung verliert. Im besten Fall sieht der Ritt leicht und mühelos aus.
Was passiert in einer Western-Pleasure-Prüfung?
Die Western Pleasure ist eine Gruppenprüfung. Mehrere Pferde-Reiter-Kombinationen sind gleichzeitig in der Arena und werden direkt miteinander verglichen.
Der Sprecher gibt an, welche Gangart gezeigt werden soll. Außerdem können Übergänge, Verstärkungen, ein Handwechsel, das Rückwärtsrichten und ruhiges Stehen verlangt werden.
Das Pferd soll während der gesamten Prüfung aufmerksam und zufrieden wirken. Es lässt sich mit möglichst feinen Hilfen reiten und vermittelt den Eindruck, angenehm und unkompliziert zu sein – daher auch der Name „Pleasure“.
Walk: der Schritt
Der Walk ist eine natürliche Gangart im klaren Viertakt. Die vier Hufe setzen nacheinander auf, ohne dass es eine Schwebephase gibt.
Ein guter Walk soll ruhig, aber trotzdem fleißig sein. Das Pferd schreitet gleichmäßig vorwärts und bewegt sich locker durch den gesamten Körper. Die Schrittlänge sollte dabei immer zum Körperbau des Pferdes passen.
Gewünscht sind:
- ein klarer Viertakt
- ein gleichmäßiges Tempo
- fließende Bewegungen
- eine ruhige Oberlinie
- eine aktive Hinterhand
- ein gelassener und aufmerksamer Ausdruck
Ein langsamer Schritt ist also nicht automatisch ein guter Schritt. Wirkt das Pferd zögerlich, eilig oder fast schon passartig, verliert der Walk an Qualität. Auch ein Pferd, das nur noch kleinschrittig vor sich hinläuft und sich dabei kaum durch den Körper bewegt, zeigt nicht das gewünschte Bild.
Jog: der Trab
Der Jog ist die im Westernreiten verwendete Form des Trabs. Er wird im Zweitakt geritten: Die diagonalen Beinpaare bewegen sich gemeinsam, dazwischen liegt jeweils eine kurze Schwebephase.
Oft wird der Jog einfach als langsamer Trab bezeichnet. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Natürlich ist das Tempo meist ruhiger als in vielen anderen Reitweisen. Trotzdem muss das Pferd weiterhin aktiv, taktrein und ausbalanciert vorwärtslaufen.
Ein guter Jog wirkt weich, gleichmäßig und angenehm zu sitzen. Das Pferd bewegt sich mit ruhiger Oberlinie und lässt sich mit wenig Aufwand dirigieren. Die Hinterhand arbeitet aktiv mit, während die Tritte der Vorder- und Hinterbeine gut zusammenpassen.
Bei einem besonders guten Jog sieht die Bewegung fast mühelos aus. Das Pferd ist leichtfüßig, trägt sich selbst und wirkt dabei wach und zufrieden.
Nicht gewünscht sind dagegen:
- Taktfehler
- stockende oder zögerliche Bewegungen
- schlurfende Hinterbeine
- über den Boden gezogene Zehen
- ein festgehaltener Rücken
- eine seitlich ausweichende Hinterhand
- ein deutliches Laufen auf der Vorhand
Auch beim Jog gilt also: Möglichst langsam ist nicht automatisch möglichst gut. Geht der klare Zweitakt verloren, ist das Tempo zu niedrig oder das Pferd nicht ausreichend ausbalanciert.
Extended Jog: mehr Raumgriff im Trab
Zusätzlich zum normalen Jog kann der Richter einen Extended Jog verlangen. Dabei verlängert das Pferd seine Tritte und zeigt sichtbar mehr Raumgriff.
Es soll aber nicht einfach nur schneller werden. Die Bewegung bleibt gleichmäßig und rhythmisch, während die Hinterhand aktiver arbeitet. Auch die Oberlinie soll weiterhin ruhig bleiben.
Der Unterschied zwischen Jog und Extended Jog sollte klar zu erkennen sein. Mit dem Kommando „Back to Jog“ kehren die Teilnehmer wieder zum normalen Jog zurück.
Lope: der Galopp
Der Lope ist der Galopp des Westernpferdes. Er wird in einem klaren Dreitakt gezeigt. Auf der linken Hand galoppiert das Pferd im Linksgalopp, auf der rechten Hand entsprechend im Rechtsgalopp.
Ein guter Lope wirkt weich, flüssig und leicht federnd. Das Pferd trägt sich selbst, arbeitet aktiv mit der Hinterhand und bleibt dabei ausbalanciert. Kopf und Hals bewegen sich ruhig und natürlich mit.
Wichtig sind vor allem:
- ein klarer Dreitakt
- der richtige Handgalopp
- gleichmäßige Galoppsprünge
- eine aktive Hinterhand
- eine ruhige Oberlinie
- ein entspannter und zufriedener Ausdruck
Auch der Lope darf nicht einfach nur möglichst langsam sein. Wird das Pferd so stark zurückgehalten, dass der Dreitakt verloren geht, entspricht das nicht dem gewünschten Bewegungsablauf.
Negativ fallen außerdem wiederholtes Umspringen, ein festgehaltener Rücken, kurze und eilige Galoppsprünge oder ein deutliches Galoppieren auf der Vorhand auf.
Gibt es auch Verstärkungen im Walk und Lope?
Nicht nur im Jog kann eine Verstärkung verlangt werden. Der Richter darf auch im Walk und Lope mehr Raumgriff fordern.
Das Pferd verlängert dann seine Schritte beziehungsweise Galoppsprünge, ohne dabei Takt, Balance oder Losgelassenheit zu verlieren. Es soll also nicht unkontrolliert schneller werden, sondern sich innerhalb der Gangart deutlicher nach vorne bewegen.
Worauf achtet der Richter?
In der Western Pleasure werden die Gangarten unter anderem nach ihrer Korrektheit und Qualität bewertet.
Dabei geht es vor allem um:
- Takt und Losgelassenheit
- ein gleichmäßiges Tempo
- Balance und Selbsthaltung
- eine aktive Hinterhand
- eine ruhige Oberlinie
- weiche Übergänge
- Willigkeit und Nachgiebigkeit
- möglichst feine Reiterhilfen
Auch der Ausdruck des Pferdes spielt eine Rolle. Augen, Ohren, Maul und Schweif sollten zeigen, dass es sich wohlfühlt und seine Aufgabe ohne Stress erfüllt.
Ein gutes Pleasure-Pferd wirkt weder eingeschüchtert noch lustlos. Es geht aufmerksam vorwärts, lässt sich leicht reiten und bleibt dabei ruhig und zufrieden.
Langsam gewinnt nicht automatisch
Kaum ein Satz hält sich über die Western Pleasure so hartnäckig wie: „Das langsamste Pferd gewinnt.“
Ganz so ist es nicht. Ein ruhiges und gleichmäßiges Tempo ist zwar erwünscht. Viel wichtiger ist aber, dass das Pferd in jeder Gangart taktrein, losgelassen und ausbalanciert bleibt.
Wird das Tempo so weit reduziert, dass das Pferd schlurft, stockt oder den Takt verliert, ist das kein gutes Bild. Das passende Tempo ist immer das, in dem sich das jeweilige Pferd korrekt und natürlich bewegen kann.
Fazit: Walk, Jog und Lope
Die drei Grundgangarten in der Western Pleasure heißen Walk, Jog und Lope – also Schritt, Trab und Galopp.
In allen drei Gangarten soll sich das Pferd gleichmäßig, losgelassen und ausbalanciert bewegen. Es soll ruhig wirken, dabei aber weiterhin aktiv vorwärtsgehen.
Genau darin liegt die Herausforderung der Western Pleasure: Der Ritt soll leicht und selbstverständlich aussehen, obwohl hinter diesem harmonischen Bild viel Training und eine sehr feine Abstimmung zwischen Pferd und Reiter stecken.