Glitzerbluse, Showchaps und ein perfekt geshapter Hut – wer Bilder von großen Westernturnieren sieht, könnte schnell denken, dass man für den ersten Start direkt ein komplettes Showoutfit braucht. Das stimmt aber nicht.
Für ein EWU-Turnier gibt es zwar klare Bekleidungsvorschriften, ein teures oder besonders auffälliges Outfit gehört jedoch nicht dazu. Gerade für den Einstieg reicht eine schlichte, saubere und gut sitzende Turnierkleidung vollkommen aus.
Diese Kleidung ist auf einem EWU-Turnier vorgeschrieben
Zur vorgeschriebenen Kleidung eines Westernreiters gehören:
- ein Westernhut oder ein zugelassener Reithelm
- ein langärmeliges Hemd, eine langärmelige Bluse oder ein langärmeliger Pullover
- eine lange Hose
- Westernstiefel oder Westernstiefeletten, die über den Knöchel reichen
Die Kleidung muss außerdem sauber und ordentlich sein.
Mehr braucht es für ein regelkonformes Outfit zunächst nicht. Weder Strass noch auffällige Farben oder maßgeschneiderte Showkleidung sind vorgeschrieben.
Muss das Oberteil wirklich langärmelig sein?
Ja. Das Regelwerk schreibt ein langärmeliges Hemd, eine langärmelige Bluse oder einen langärmeligen Pullover vor.
Es muss also nicht zwingend die typische Westernbluse mit Kragen sein. Auch ein schlichter, gut sitzender Pullover kann den Vorschriften entsprechen.
Wichtig: Die Ärmel dürfen während der Prüfung nicht hochgekrempelt werden. Das gilt auch bei warmem Wetter. Ob aufgrund großer Hitze, Kälte oder Regen eine Änderung der Bekleidung erlaubt wird, entscheidet der Richter.
Westernhut oder Reithelm?
Erwachsene Starter dürfen grundsätzlich zwischen einem Westernhut und einem zugelassenen Reithelm wählen. Für Jugendliche gelten strengere Vorgaben.
Reiter der Jugendklassen, also der Leistungsklassen LK 1 bis LK 5 B, müssen beim Reiten einen Reithelm tragen. Diese Helmpflicht gilt auch auf dem Abreiteplatz.
Der Helm muss bruch- und splittersicher sein, über eine Drei- oder Vierpunktbefestigung verfügen und der aktuell vorgeschriebenen Norm entsprechen. Der Kinnriemen wird so verschnallt, dass der Helm bei einem möglichen Sturz nicht verrutschen kann.
Auch in allen Walk-Trot- und Führzügelklassen ist ein Helm vorgeschrieben – unabhängig vom Alter des Reiters.
Eine Ausnahme gibt es bei der Showmanship at Halter: Da das Pferd hier an der Hand vorgestellt und nicht geritten wird, dürfen auch Jugendliche und Teilnehmer der Walk-Trot-Klassen einen Westernhut tragen.
Welche Schuhe sind erlaubt?
Vorgeschrieben sind Westernstiefel/schuhe, die über den Knöchel reichen. Normale Sneaker, Halbschuhe oder Schuhe, die unterhalb des Knöchels enden, gehören daher nicht zum regelkonformen Turnieroutfit.
Die Schuhe sollten sauber sein und einen sicheren Halt bieten. Gerade bei gerittenen Prüfungen ist außerdem wichtig, dass sie gut in den Steigbügel passen.
Welche Hose trägt man auf einem Westernturnier?
Die Hose muss lang sein. In der Regel wird eine gut sitzende Jeans oder eine spezielle Western- beziehungsweise Showhose getragen.
Eine bestimmte Farbe ist nicht vorgeschrieben. Für ein ruhiges Gesamtbild wird die Hose häufig passend zum Oberteil ausgewählt. Sie sollte lang genug sein, locker über die Stiefel fallen und beim Reiten nicht weit nach oben rutschen.
Kurze Hosen oder Dreiviertelhosen sind in der Prüfung nicht erlaubt.
Sind Chaps oder Chinks Pflicht?
Nein. Chaps und Chinks dürfen in vielen gerittenen Prüfungen getragen werden, sind aber keine Pflicht.
Gerade bei den ersten Turnierstarts kann man problemlos ohne Chaps starten. Eine saubere Jeans, ein passendes Oberteil, Westernstiefel und Hut beziehungsweise Helm reichen aus.
Bei Prüfungen, in denen das Pferd an der Hand vorgestellt wird, sind Chaps und Chinks nicht erlaubt. Das betrifft beispielsweise die Showmanship at Halter.
Muss man Sporen tragen?
Auch Sporen sind keine Pflicht. Sie dürfen in gerittenen Prüfungen getragen werden, sofern sie den Vorgaben des Regelwerks entsprechen.
Erlaubt sind Westernsporen mit Sporenrad oder Modelle, die in einer Kugelform mit einem Durchmesser von mindestens 1,5 Zentimetern enden.
Wer sein Pferd ohne Sporen vorstellen möchte, kann das selbstverständlich tun. Bei Prüfungen an der Hand werden keine Sporen getragen.
Braucht man ein Showshirt mit Glitzer?
Ein aufwendig verziertes Showshirt kann schön aussehen, ist aber nicht vorgeschrieben. Für den ersten Start genügt auch eine schlichte langärmelige Bluse oder ein Hemd.
Viel wichtiger ist, dass:
- das Oberteil gut sitzt
- die Ärmel nicht hochgekrempelt sind
- die Kleidung sauber und ordentlich ist
- man sich darin gut bewegen kann
- die Farben ein stimmiges Gesamtbild ergeben
Ein sehr auffälliges Outfit macht einen Ritt nicht automatisch besser. Die Leistung von Pferd und Reiter bleibt das Entscheidende.
Darf man eine Sicherheitsweste tragen?
Ja, eine Sicherheitsweste darf getragen werden. Wer sich damit wohler oder sicherer fühlt, muss also nicht aus optischen Gründen darauf verzichten.
Das Gleiche gilt für den Reithelm: Auch wenn für einen erwachsenen Reiter ein Westernhut erlaubt wäre, kann er sich jederzeit für einen zugelassenen Helm entscheiden.
Was gilt bei schlechtem Wetter?
Bei Kälte, Regen oder besonders hohen Temperaturen kann es notwendig sein, die Kleidung anzupassen. Ob beispielsweise eine Jacke, ein Regenmantel oder eine andere wetterbedingte Änderung erlaubt wird, entscheidet der Richter.
Am besten hört man auf die Durchsagen oder fragt vor der Prüfung in der Meldestelle beziehungsweise beim Steward nach. Einfach selbst die Ärmel hochzukrempeln, ist keine erlaubte Lösung.
Das braucht man wirklich für den ersten Start
Für ein schlichtes, regelkonformes Einsteigeroutfit reichen:
- ein Westernhut oder der vorgeschriebene Reithelm
- eine saubere, langärmelige Bluse oder ein Hemd
- eine lange Jeans oder Westernhose
- Westernstiefel oder Stiefeletten über dem Knöchel
- eine gut sichtbar befestigte Startnummer
Chaps, Sporen, Glitzerblusen und teure Showoutfits können später dazukommen, wenn man das möchte. Für die ersten Turniererfahrungen sind sie nicht notwendig.
Fazit: Sauber und passend statt möglichst teuer
Auf einem EWU-Turnier muss die Kleidung westernmäßig, sauber und regelkonform sein. Ein Westernhut beziehungsweise Reithelm, ein langärmeliges Oberteil, eine lange Hose und passende Westernstiefel bilden die Grundausstattung.
Wer neu im Turniersport ist, muss deshalb nicht sofort viel Geld in ein auffälliges Outfit investieren. Eine schlichte Kombination, in der man sich wohlfühlt und sicher bewegen kann, ist für den Anfang völlig ausreichend.
Am Ende sollte die Kleidung das Gesamtbild unterstützen – im Mittelpunkt stehen aber immer das Pferd, der Reiter und ihre gemeinsame Leistung.