Was ist ein EWU-Turnier?

Pferd auf einem EWU Turnier

Wer sich mit dem Westernreiten beschäftigt, stößt früher oder später auf den Begriff „EWU-Turnier“. Doch was genau verbirgt sich dahinter? Welche Prüfungen werden angeboten und können auch Turnieranfänger teilnehmen?

Wofür steht EWU?

EWU steht für „Erste Westernreiter Union Deutschland e. V.“. Sie wurde 1978 gegründet und ist heute der größte Westernreitverband Deutschlands. Gemeinsam mit ihren Landesverbänden organisiert die EWU jedes Jahr zahlreiche Turniere für unterschiedliche Leistungsstände – vom ersten Turnierstart bis zur Deutschen Meisterschaft.

Ein EWU-Turnier ist ein offiziell nach dem Regelwerk der EWU ausgetragenes Westernreitturnier. Dabei stehen ein fairer Wettbewerb, ein pferdegerechter Umgang und eine nachvollziehbare Bewertung der gezeigten Leistungen im Mittelpunkt.

Für wen eignen sich EWU-Turniere?

Grundsätzlich können sowohl Turniereinsteiger als auch erfahrene Westernreiter an einem EWU-Turnier teilnehmen. Damit die Starter möglichst fair miteinander verglichen werden können, werden sie unterschiedlichen Leistungsklassen zugeordnet.

Die Einteilung reicht von der Leistungsklasse 5 bis zur Leistungsklasse 1:

  • LK 5 richtet sich vor allem an Freizeitreiter und absolute Turniereinsteiger.
  • LK 4 ist für Reiter gedacht, die bereits erste Erfahrungen im Turniersport sammeln.
  • LK 3 gehört zum fortgeschrittenen Bereich.
  • LK 2 und LK 1 umfassen die höheren Leistungsklassen.
  • LK 1 ist die höchste Leistungsklasse der EWU.

Durch Erfolge und gesammelte Aufstiegspunkte können Reiter in die nächsthöhere Leistungsklasse aufsteigen. Für den Einstieg bieten sich insbesondere E- und D-Turniere beziehungsweise sogenannte Play Days an. In der LK 5 ist für den Start noch keine EWU-Mitgliedschaft erforderlich. Damit lässt sich der Turniersport zunächst ganz unkompliziert ausprobieren.

Welche EWU-Turniere gibt es?

EWU-Turniere werden in verschiedene Kategorien eingeteilt:

E- und D-Turniere

Diese Turniere sind besonders einsteigerfreundlich. Hier können Reiter erste Turniererfahrungen sammeln und den Ablauf in einer entspannten Atmosphäre kennenlernen.

C-Turniere

Auf C-Turnieren werden Prüfungen für verschiedene Leistungsklassen angeboten. Sie gehören für viele Reiter zum regelmäßigen Turnieralltag.

B-Turniere

Bei einem B-Turnier handelt es sich um eine Landesmeisterschaft. Hier werden die Landesmeister der jeweiligen Disziplinen ermittelt.

A- und A/Q-Turniere

A-Turniere richten sich vor allem an erfahrene Turnierreiter. Der Zusatz „Q“ kennzeichnet Qualifikationsprüfungen für die German Open.

German Open

Die German Open ist die Deutsche Meisterschaft der EWU. Hier treten qualifizierte Reiter-Pferd-Kombinationen aus den verschiedenen Landesverbänden gegeneinander an.

Welche Disziplinen gibt es auf einem EWU-Turnier?

Das Westernreiten ist vielseitig. Dementsprechend werden auf EWU-Turnieren ganz unterschiedliche Disziplinen angeboten.

Western Pleasure

In der Western Pleasure starten mehrere Pferde gleichzeitig in der Arena. Bewertet werden unter anderem die Qualität der Gangarten, die Durchlässigkeit und die ruhige, kontrollierte Vorstellung des Pferdes.

Western Horsemanship

Bei der Western Horsemanship steht die Leistung des Reiters im Mittelpunkt. Eine vorgegebene Aufgabe, die sogenannte Pattern, muss möglichst präzise geritten werden.

Trail

Im Trail bewältigen Pferd und Reiter verschiedene Hindernisse. Dazu gehören beispielsweise Stangen, ein Tor, Rückwärtsrichten oder Seitengänge. Gefragt sind Geschicklichkeit, Vertrauen und eine genaue Hilfengebung.

Ranch Riding

In der Ranch Riding soll sich das Pferd als vielseitiges und gut ausgebildetes Ranchpferd präsentieren. Die Pattern enthält unterschiedliche Gangarten, Übergänge und Manöver. Gewünscht ist eine natürliche, flüssige und vorwärtsgerichtete Vorstellung.

Western Riding

Kennzeichnend für die Western Riding sind präzise fliegende Galoppwechsel. Das Pferd soll die Aufgabe aufmerksam, kontrolliert und möglichst leichtfüßig absolvieren.

Reining

Die Reining enthält dynamische Manöver wie Spins, Sliding Stops, Rollbacks und schnelle Zirkel. Sie verlangt ein gut ausgebildetes, athletisches Pferd und eine sehr genaue Hilfengebung.

Showmanship at Halter

In dieser Prüfung wird das Pferd vom Boden aus vorgestellt. Bewertet wird vor allem, wie exakt und harmonisch der Vorsteller die vorgegebene Pattern absolviert.

Superhorse

Die Superhorse verbindet Elemente aus verschiedenen Westerndisziplinen in einer einzigen Prüfung. Dadurch werden die Vielseitigkeit und der Ausbildungsstand des Pferdes besonders deutlich.

Western Ranch Rail

Die Western Ranch Rail wird ähnlich wie eine Western Pleasure als Gruppenprüfung geritten. Die Pferde werden gemeinsam auf der sogenannten Rail, also entlang der Bande, in unterschiedlichen Gangarten vorgestellt. Dabei wird jedoch mehr natürliche Vorwärtsbewegung erwartet. Das Pferd soll sich aufmerksam, durchlässig und wie ein zuverlässiges Ranchpferd präsentieren.

Je nach Turnier können außerdem weitere Prüfungen angeboten werden, beispielsweise Jungpferdeprüfungen, Führzügelklassen oder der Horse and Dog Trail.

Wie läuft ein EWU-Turnier ab?

Vor dem Turnier wird eine Ausschreibung veröffentlicht. Darin finden die Teilnehmer alle wichtigen Informationen, unter anderem:

  • Termin und Veranstaltungsort
  • angebotene Prüfungen
  • zugelassene Leistungsklassen
  • Nennschluss
  • Start- und Nebengebühren
  • Boxen- und Campingmöglichkeiten
  • Kontaktdaten der Meldestelle

Die gewünschten Prüfungen werden vor dem Nennschluss genannt. Einige Tage vor dem Turnier erscheint in der Regel ein Zeitplan. Die genauen Startreihenfolgen können die Teilnehmer anschließend beispielsweise in der EWU-App einsehen.

Am Turniertag melden sich die Teilnehmer zunächst bei der Meldestelle an. Dort erhalten sie ihre Startnummer und erfahren, ob es Änderungen im Zeitplan gibt. Vor der jeweiligen Prüfung wird das Pferd auf dem Abreiteplatz vorbereitet und anschließend rechtzeitig zum Startbereich gebracht.

Je nach Disziplin reitet der Teilnehmer entweder eine vorgegebene Pattern oder startet gemeinsam mit anderen Pferden in der Arena. Die Leistung wird von einem Richter nach dem gültigen EWU-Regelwerk bewertet.

Was ist eine Pattern?

Eine Pattern ist eine festgelegte Aufgabe, die in einer bestimmten Reihenfolge geritten oder geführt werden muss. Sie zeigt beispielsweise, an welcher Stelle Übergänge, Wendungen, Stopps, Rückwärtsrichten oder andere Manöver verlangt werden.

Die Pattern wird vor der Prüfung veröffentlicht. Reiter sollten sie nicht nur auswendig lernen, sondern sich auch genau mit den vorgeschriebenen Linien, Gangarten und Markierungen beschäftigen.

Was braucht man für den ersten Start?

Wer erstmals auf einem EWU-Turnier starten möchte, sollte zunächst eine passende Einsteigerveranstaltung auswählen. Anschließend lohnt sich ein genauer Blick in die Ausschreibung und das aktuelle Regelbuch.

Besonders wichtig sind:

  • eine fristgerechte Nennung
  • die passende Startberechtigung
  • ein korrekt registriertes Pferd, sofern vorgeschrieben
  • regelkonforme Kleidung und Ausrüstung
  • die Vorbereitung der jeweiligen Pattern
  • der Equidenpass des Pferdes
  • ausreichend Zeit für die Anreise und Vorbereitung

Für den Einstieg muss noch nicht alles perfekt sein. Viel wichtiger ist, dass Pferd und Reiter gut vorbereitet sind, die Aufgabe sicher bewältigen können und erste positive Erfahrungen sammeln.

Muss man sein Pferd besonders herausbringen?

Ein ordentliches und gepflegtes Erscheinungsbild gehört zu einem Turnier dazu. Das Pferd sollte sauber sein, Mähne und Schweif dürfen passend zur jeweiligen Disziplin vorbereitet werden. Auch Sattel, Trense und Kleidung sollten sauber und regelkonform sein.

Wie aufwendig das Pferd herausgebracht wird, hängt von der Prüfung und den persönlichen Zielen ab. Ein aufwendiges Turnierstyling ersetzt jedoch niemals eine gute Vorbereitung und einen harmonischen Ritt.

Darf man ein EWU-Turnier auch als Zuschauer besuchen?

Natürlich! Ein Besuch als Zuschauer ist eine gute Möglichkeit, den Westernturniersport kennenzulernen. Man kann sich verschiedene Disziplinen ansehen, den Ablauf beobachten und einen ersten Eindruck von der Atmosphäre gewinnen.

Wer später selbst starten möchte, kann dabei bereits viele praktische Dinge kennenlernen: Wie läuft die Vorbereitung ab? Wann gehen die Reiter zum Abreiteplatz? Wie werden die Prüfungen aufgerufen und worauf achten die Richter?

Fazit: EWU-Turniere bieten für jeden das passende Niveau

Ein EWU-Turnier ist nicht nur etwas für erfahrene Profis. Durch die verschiedenen Leistungsklassen, Turnierkategorien und Disziplinen gibt es auch für Einsteiger passende Möglichkeiten.

Vom ersten Start auf einem kleinen Einsteigerturnier bis zur Qualifikation für die German Open kann jeder seinen eigenen Weg gehen. Im Vordergrund sollten dabei immer die Freude am Westernreiten, eine faire Vorbereitung und der verantwortungsvolle Umgang mit dem Pferd stehen.

Wer neugierig geworden ist, kann zunächst ein EWU-Turnier in der Nähe besuchen oder gemeinsam mit einem Trainer nach einer geeigneten Einsteigerprüfung suchen.




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